Einmal über die legendäre Route 902 von Luzern nach Menton an das schöne Mittelmeer

  • reisebereicht von User gorby der nich gebeten hat diesen in das Forum einzustellen, was ich natürlich gerne mache! Danke Hermann


    Im Dezember 2008 beschlossen wir fünf Innerschweizer Biker die legendäre 902 unter die Räder zu nehmen. Dies wurde dann am 30. Aug.2009 in die Tat umgesetzt. Da wir zu fünft waren habe ich die Unterkünfte zum voraus tel. reserviert, was auch die ganze Woche gut geklappt hat. Nach einem ausgiebigen Frühstück und letzten Infos in meinem Biker Hobbyraum starteten wir 07.3o Uhr bei herrlichem Sonnenschein und froh gelaunt.


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    Tag 1:
    Die eigentliche 902 beginnt eigentlich in Thonon les Bains am Genfersee. Da 2 Kollegen von mir einmal nach Aosta wollten, haben wir denen den Gefallen getan.
    Die Route führte uns durchs Entlebuch – Spiez - Simmenthal- Col des Mosses – Aigle – Matigny – Grosser St. Bernard – Aosta.
    Die Fahrt verlief ohne Probleme und wir trafen um 17.oo Uhr in Aosta ein.
    Unterkunft mit Frühstück:
    Hotel Le Pageot // Tel. 0039/16532433


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    Tag2:.
    Am Morgen um 8.3o Uhr starten wir wieder bei herrlichem Wetter.
    Die Route führte uns von Aosta – Courmayeur – Col du pet. St. Bernard – La Rossiere – Val D`Isere – Col de I`Iseran(2800m) – Lanslebourg – Modane – Valloire – Col du Calibier – nach – Le Monetier les Bains. Zuerst war ich ein bisschen geschockt, weil sich das Hotel als umgebaute Scheune entpuppte. Spätestens beim Nachtessen waren dann aber alle Zweifel beseitigt und wir genossen einen super Abend bei Bier und Wein.
    Unterkunft mit Nachtessen und Frühstück:
    Hotel Gite Le Flourou // 0033/492244113


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    Tag 3:
    Am Morgen nahmen wir um 9.oo Uhr Tag 3 unter die Räder. Man merkte schon, dass wir dem Mittelmeer immer näher kamen, zeigte doch das Thermometer bereits 16 Grad und dies auf gut 1300 m.
    Meine Michelin Karte wies mir als Guide erneut den Weg:
    Les Monetier les Bains – Briancon – Col d`Izoard –Guillestre – Col du Vars – Jausiers – Cime de la Bonette – St. Etienne-de-Tinee – Abstecher nach Auron – St-Sauveur-sur-Tinee – Beuil.
    Diese Etappe war die anspruchsvollste der ganzen Tour. Es waren doch einige Pässe dabei, aber gute Strassenverhältnisse.
    Auf halbem Weg konnten wir 2-mal Schafe und einmal Kühe zählen. Laut Aussage des Schäfers waren es 2 Herden mit jeweils ca. 2000 Schafen. Die Kuhherde zählte auch etwa 500 Stk. Da blieb nichts anderes übrig als zu warten und die schöne Bergwelt zu geniessen.


    Unterkunft mit Nachtessen und Frühstück:
    Hotel L`Escapade // 0033/493023127


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    Tag 4:
    In der Nacht hatte es ziemlich stark geregnet, aber am Morgen war es wieder trocken und stahlblauer Himmel. Da wir das Mittelmeer förmlich riechen konnten starteten wir frohgelaunt um 8.3o Uhr. Von Beuil gings über die D 28 nach Touét sur-Var. Dieser Streckenabschnitt ist eine Augenweide: eine gigantische Schlucht mit tiefroten Felsen, eine Strasse mit wunderbaren Kurven, was einen Biker sicher in der rechten Hand juckt. Bei mir war es jedenfalls so. Von Touét sur-Var ging es weiter über die D6202 nach Nizza. Das Thermometer zeigte mittlerweilen 35Grad, so dass wir uns schnellstens den Klamotten entledigten um uns im Mittelmeer ein bisschen abzukühlen, soweit dies bei diesen Temperaturen möglich war.


    Nach einem 2 Stündigem Aufenthalt ging die Tour weiter richt. Cannes – über die D2085 nach Grasse über die Route Napoleon nach Castellane. Castellane ist eine alte Garnison Stadt und war früher auch ein Stützpunkt der Fremdenlegion. Es sind noch einige Sehenswürdigkeiten aus dieser Zeit zu sehen.
    Unterkunft mit Nachtessen und Frühstück:
    Hotel du Levant // 0033/492836005


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    Tag 5:
    Am Morgen gings wie gewohnt um 8.3o Uhr weiter.
    Castellane – weiter auf der N 85 – Barreme – Digne Les Bains – über die D 900 –St-Vincent-les-Forts –
    D 954 – Savines-le-Lac – N 94 – Gap – zurück auf die N 85 – Col Bayard – St-Bonnet-en-Champsaur – Col du Noyer – St-Disdier
    Unterkunft mit Nachtessen und Frühstück:
    Hotel La Neyrette // 0033/492588117


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    Tag 6:
    Nach 5 Tagen Sonne waren heute Regenkleider angesagt. Nicht dass es den ganzen Tag geregnet hätte. Mal wieder ein kräftiger Schauer, dann wieder Sonnenschein und zwischendurch starker Wind. Somit brauchten wir die Regenkleider den ganzen Tag nicht abzuziehen. Von St-Disdier ging’s zuerst über die D 537 nach Corps, dann auf der N 85 weiter bis La Mure. In La Mure ging es weiter auf der D 26 nach Valbonnais – dann auf der526 Le Bourg-d`Oisans. Trotz garstigem Wetter machte wir der legendären Alpe-d`Huez einen Besuch. Inzwischen weiss ich auch, was die Fahrer der Tour de France leisten, wenn sie am Nachmittag nach etlichen Stunden im Sattel noch diesen Berg erklimmen müssen. Für uns Biker war das kein Problem. Nach einem Kaffee und dem Kauf von ein paar Andenken ging’s wieder zurück nach Le Bourg-d`Oisans auf die D1091 bis Rochetaille. Da ging’s rechts weg auf die D 526 – D 926 – D927 – La Chambre – D 213 – Col du Madeleine – La Lechere – Albertville – Beaufort, was auch unser Tagesziel war. Dieses Teilstück war ebenfalls sehr anspruchsvoll, war se doch gespickt mit vielen kleinen und grösseren Pässen und dem schon erwähnten garstigen Wetter.
    Unterkunft mit Nachtessen und Frühstück:
    Hotel La Roche // 0033/479383331


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    Tag 7 und sogleich auch der letzte Urlaubstag:
    Wie gewohnt um 8.3o Uhr nahmen wir das letzte Teilstück unter die Räder. Dies wieder bei schönem aber kaltem Wetter, welches sich aber stündlich zum Guten änderte.
    Von Beaufort ging’s über die D 218 B nach Flumet – Megeve – Chamonix. Die Reise wurde dann aber innert Sekunden beendet. Eine ältere Dame hat mich übersehen und mir den Weg abgeschnitten, wobei ich zu Fall kam. Trotz der niedrigen Geschwindigkeit von etwa 40 Km/h war das Bike nicht mehr fahrbar und ich zur Kontrolle im Spital in Chamonix.
    Meine Kollegen fuhren dann über Martigny – Simmental – Brünig nach Hause. Ich konnte dann am Abend mit 2 Stöcken als Beifahrer im Auto die letzten Kilometer unter die Räder nehmen. Inzwischen bin ich wieder gesund und bereits wieder mit dem Bike unterwegs.


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    Die ganze Route misst, so wie wir sie gefahren sind etwa 2800 Km. Wir sind nicht immer auf der originalen D 902 geblieben. Die eine oder andere kurzfristige Streckenänderung hat sich gelohnt. Dabei sind halt gute Karten unerlässlich. Ich habe die Michelin-Karten Nr.328/333/334 mit dem Massstab 1:150000 benutzt.


    Ein Wort zu den Hotels: Durchwegs positiv überrascht, wenn auch ab und zu kleine Zimmer. Das Essen war durchwegs gut, die Zimmer und die Duschen sauber. Im Schnitt haben wir für 45.- Euro bezahlt, was sicher ein guter Preis ist.


    Ein Problem in Frankreich sind seit eh und je die Tankstellen. Viele sind über die Mittagszeit zu, dann geht der EC Automat nicht. Es lohnt sich daher, lieber einmal mehr tanken, als dann irgendwo in der Pampas stehen zu bleiben.


    Trotz allem war es ein schönes Erlebnis mit vielen schönen Erinnerungen. Ich werde ja bald pensioniert und nehme dann die Tour vielleicht noch einmal unter die Räder.


    Gruss und nie schneller als der Schutzengel fliegen kann.


    Hermann

    Glück ist etwas, was man zum ersten Mal wahrnimmt,
    wenn es sich mit grossem Getöse verabschiedet.

    Alkohol löst keine Probleme.....
    aber das tut Milch ja auch nicht


    See you on the Road 2017